World Rowing Masters Regatta 2025 in Banyoles 

Dieses Jahr fand die WRMR auf der ehemaligen Olympiastrecke der olympischen Spiele von 1992 in Barcelona in Banyoles, Katalonien, statt.

Als kleines Rumpfteam des ESV Schmöckwitz haben Wolfgang und ich die etwa 1.800 Kilometer lange An- und Abreise auf uns genommen. Wolfgang ist alleine und ich bin mit meiner Mannschaft aus dem 4x mit dem Auto angereist.

Meine Crew und ich kamen am Montagabend in Banyoles an und stellten unseren Hänger am Regattagelände auf der Straße ab und nicht auf dem für die Hänger geplanten Parkplatz. Es sollte sich später herausstellen, dass das eine sehr gute Entscheidung war.

Weiter ging es zur Akkreditierung. Sebastian (RG Grünau), Konrad (Pirna) und Roland (WSV Königs Wusterhausen) konnten ihre Akkreditierung auch abholen. Mir erklärte man, die Karten mit meiner Nummer seinen noch nicht da, ich solle es am nächsten Tag probieren.

Am Dienstag waren wir bereits morgens wieder auf dem Regattagelände. Ich konnte jetzt meine Akkreditierung mit einer anderen als mir mitgeteilten Nummer abholen und dann ging es ans Hänger entladen. Doch bevor auch nur ein Boot das Wasser des Sees berühren durfte, musste sämtliches Bootsmaterial, also Boote innen (inklusive Stemmbrettschuhe) und außen, Skulls und Riemen und Ausleger per Kärcher desinfiziert werden. Auf diese Weise sollten keine fremden Pflanzen in die Region eingetragen werden. Es wird sich zeigen, ob es erfolgreich war.

Beim Entladen des Hängers zeigte sich, warum es gut war, dass wir den Hänger auf der Straße abgestellt hatten: Durch das Unwetter in der Nacht zu Dienstag war der komplette Parkplatz ein einziger Matschacker und kaum zu begehen. Roland und ich halfen unseren britischen Freunden beim Entladen ihres Hängers, der genau auf diesem Parkplatz stand. Nicht nur, dass alle anschließend nasse Füße hatten, durch den Schlamm unter meinen Schuhen war ich gleich 5 Zentimeter größer 😊

Den restlichen Dienstag und Mittwochmorgen nutzten wir für die Gewöhnung an das unbekannte Wasser, die noch nicht eingefahrene Mannschaft (Renngemeinschaft mit den Briten Alex und Brian vom Ardingly Rowing Club) und dessen Boot und Erkunden des gesamten Regattageländes. 27.000 Schritte am Dienstag bezeugen eine weitläufige Anlage. Leider reichte die Zeit nicht mehr für eine kurze Einheit im 2x mit Alex, mit ich dem ich für den 2x Altersklasse C gemeldet hatte.

Am Mittwoch starteten Punkt 12 Uhr die ersten Rennen. Jeder Renntag begann um 8:00 Uhr und endete gegen 19 Uhr. Ich hatte den restlichen Tag noch frei und griff erst am Donnerstag in das Regattageschehen ein.

Hier standen der 2x mit Roland Altersklasse B und der 4x Altersklasse C mit Brian und Alex an. Im unserem 2x-Feld trafen wir auf bekannte deutsche Gegner von diesem Jahr und auch auf Gegner der letztjährigen WRMR Brandenburg aus Brasilien. Unser Motto war für dieses Jahr: Am Start mutig losfahren und dann schauen. Und wie es losging – wie die Feuerwehr! Roland erzählte mir nach dem Rennen, dass wir den Start mit einer 45er Schlagzahl losgefahren sind und bei 400 Metern erst die 40 verlassen haben, um auf die Streckenreisegeschwindigkeit von 37 Schlägen pro Minute runterzugehen. Vom Start weg lagen wir vorne und konnten diese Position bis etwa 150 bis 100 Meter vor dem Ziel vor den Brasilianern halten. Im Ziel waren sie einfach den einen Tick besser, sodass wir uns mit nicht mal einer halben Länge geschlagen geben mussten. Der Trost war, die Brasilianer waren genau k.o. im Ziel wie wir und zollten uns ihren Respekt: „You were really tough!“ Ein sehr guter zweiter Platz zum Einstand in das Renngeschehen war okay. Ich trauerte allerdings ein wenig der vergebenen Goldmedaille hinterher. Unsere brasilianischen Freunde sollten uns noch drei weitere Male im A 2x und im A und B 4x begegnen.

Im 4x AK C mit Brian und Alex war die Sprache an Bord englisch. Trotz ungewohnter Besatzung und Kommunikation kamen wir am Start sehr gut weg. Auf der Strecke zeigte sich irgendwann, dass wir nicht eingefahren waren und erruderten aber dennoch einen guten dritten Platz hinter den russischen Spaniern und Siegern von Rem Barcelona (russische Ruderer, die von ZSKA Moskau nach Barcelona gewechselt sind) und Lyon.

Am Freitag stand der A 2x mit Roland und der B 4x mit Roland, Sebastian und Konrad auf dem Rennplan.

Im A 2x hatten wir das Boot der „Russen“, wieder das deutsche Boot aus Hamburg und die Brasilianer in unserem Lauf. Wir hatten uns für das Rennen eine leicht angepasste Renntaktik zurechtgelegt, die insofern glückte, dass wir im Ziel deutlich vor den Brasilianern lagen – leider aber auch hinter den „Russen“ und einem polnischen Boot. So wurde es ein zufriedenstellender dritter Platz.

Im 4x hatten wir den Tag vorher beraten, ohne Steuer zu fahren. Die Zeit zum Umbauen, wäre einfach zu eng geworden. Das Rennen war etwas mehr als eine Stunde nach dem Doppelzweier und die vorherige Crew hatte das Steuer ausgebaut. Geschadet hat es uns allerdings nicht, weil wir dieses Rennen gewinnen konnten. Riesige Freude bei der gesamten Crew, weil es ein ungefährdeter Start-Ziel-Sieg war.

Am Samstagmorgen holte uns das Wetter ein: Stundenlange Regengüsse und Gewitter, sodass die Startzeit dreimal nach hinten auf zwei Stunden später verlegt wurde. Die ersten Rennen fanden ohne Warmfahren und direkt zum Vorstart fahren statt. Als Alex und ich im C 2x dran waren, konnten wir uns aber zum Glück wieder warm- und hier vor allem erstmal halbwegs einfahren. Ich „durfte“, für mich völlig ungewohnt, auf Schlag fahren und der 2 Meter-Mann Alex saß im Bug. Die Sprache an Bord war wieder englisch. Wir kamen am Start gut weg und lagen zwischenzeitlich auf dem dritten Platz, den wir aber nicht bis ins Ziel verteidigen konnten. Die Ziellinie haben wir als fünftes Boot überquert.

Von unserem Sieg aus dem B 4x motiviert, wollten wir im A 4x im Ziel wieder die Ersten sein. Vielleicht haben wir deshalb lange in Führung liegend ein wenig Nerven gezeigt und ein paar technische Fehler im Rennen gehabt. So reichte es knapp zu einem guten zweiten Platz hinter dem Boot aus Frankreich.

Am Abend wurden Roland und ich noch unverhofft gefragt, ob wir das Abschlussrennen am Sonntag im Mix A 8+ fahren würden. Bei einer Mannschaft gab es zwei Ausfälle und so haben wir kurzentschlossen zugesagt – also doch noch nicht Schluss und ein Rennen als Zugabe 😊

Die Mannschaft des 8+ bestand aus einer internationalen durcheinander gewürfelten Truppe – Amtssprache war auch hier wieder englisch. Meine Standardposition im 8 + war bereits besetzt, so blieben noch Position 7 und 5 übrig. Roland traute sich den Co-Schlag nicht zu, so durfte ich den Schlag übernehmen. Beim Einfahren war zu merken, dass wir eine nicht eingefahrene Mannschaft waren und beim Einschwimmen stieg dann auch noch die Cox-Box unserer Steuerfrau aus. Etwas gehandicapt gingen wir also an den Start und konnten einen zweiten Platz einfahren. Das Siegerboot war einfach besser.

Wolfgang habe ich die Woche in Banyoles leider nicht getroffen. Das obligatorische Medaillenbild wird nachgeholt. Hier seine Ergebnisse:

– 1. Platz MM 1x H

– 2. Platz MM 2x G

– 2. Platz MM 4x G

– 3. Platz MM 2x H

– 4. Platz MM 4x H

Tja, so war sie die WRMR in Banyoles 2025… Nächstes Jahr macht die WRMR in Bled Station. Die Unterkunft ist bereits gebucht. Wir sehen uns also nächstes Jahr auf dem Bleder See!

Tobi