Elbe-Havel 2011

15.11.11

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Gemeinschaftsfahrt Elbe-Havel 2011

Ein Reisebericht von Micha folgt nach den Bildern.

Hallo liebe Ruderkameradinnen und -kameraden,

es ist an mir, Euch von unserer wunderbaren Wanderfahrt auf Elbe und Havel zu berichten. Anlässlich des einhundertjährigen Bestehens des Förderkreises Wanderrudern organisierte Ute Sieg vom ESV Schmöckwitz, unterstützt von zahlreichen anderen Vereinsmitgliedern, unsere diesjährige Sommerwanderfahrt.

Um nicht nur selbst in den Genuss einer schönen Fahrt zu kommen, wurde die Wanderfahrt auch bei unseren lieben Freunden, den Rhenanen vom RC Germersheim und dem Koblenzer RC ausgeschrieben. Aus beiden Vereinen kamen reichlich Zusagen, so dass sich relativ schnell abzeichnete, dass die ganze Angelegenheit einer umfangreichen logistischen Vorbereitung bedarf.

Als Stammquartier bot sich, wie schon bei unserer letzten Haveltour, die Jugendherberge in Milow an. Die alte Bollevilla wurde ja inzwischen saniert, so dass man nun auch auf den Zimmern über Dusche und Toilette verfügt.

Am Mittwoch war für alle die individuelle Anreise nach Milow. Bereits am Montag hatten wir in unserem Verein unsere sechs geklinkerten Vierer abgeriggert und verladen.

Unser erstes Tagesziel bei der Anfahrt war jedoch nicht die Jugendherberge, sondern das Sportjugendzentrum des Kreissportbundes Jerichower Land in Genthin. Während Matthias und Hartmut zum Rathenower RC Wiking fuhren, um noch zwei weitere Boote zu holen, machten wir uns daran die sechs Boote für den nächsten Tag vorzubereiten. Ute besorgte zwischenzeitlich noch in Genthin Getränke für die Wanderfahrt. Nach einer kurzen Pause kamen auch die beiden letzten Boote am Ausgangspunkt an. Durch die vielen Hände waren auch diese beiden Boote schnell aufgeriggert und abfahrbereit.

An der Jugendherberge angekommen wurden wir bereits von unseren Gästen aus Germersheim und Koblenz begrüßt. Die Germersheimer hatten sogar schon einen Dombesuch zu Magdeburg hinter sich.

Nach der allgemeinen Begrüßung durch die Ute, gab es auf dem Hof ein geselliges Zusammensein bis gegen Mitternacht. Leider hatten die Koblenzer Guido und “Teddy“ mit ihren Mädels einige Staus auf ihrem Anfahrtsweg, so dass sie erst im Morgengrauen am Bett ankamen.

Doch auf solche Nebensächlichkeiten wurde keine Rücksicht genommen. Schließlich war das Frühstück bereits für sieben Uhr angesetzt. Pünktlich um acht erschien unser Reisebus, welcher uns zu unserem Startpunkt brachte. Während der Busfahrt verlas Ute die Bootseinteilung. Anlässlich es “Männertages“ gab es nur Ob-Frauen.

Beim Einsetzen der Boote tauchten bereits die ersten Komplikationen auf. Der Schwimmsteg des Sportjugendzentrums, war zwar für drei Personen geeignet, jedoch mit einem Boot nicht mehr tragfähig. Zum Glück gab es noch eine Stelle, die sich zum Einsetzen der Boote eignete. Über einen kleinen Steg konnten wir so einzeln in die Boote einsteigen und uns zum Elbe-Havel-Kanal begeben.

Da Antje “Mausepips“, sowie Anja und Katja von den Koblenzern ihre eigenen Skulls dabei hatten, gab ich um Transportgewicht zu sparen, die nun überzähligen drei paar Skulls dem Busfahrer mit. Weil nichts im Leben einfach ist, hatten zwei der Mädels, beim Einsteigen ihre Skulls und jeweils ein Paar Holzskulls mit ins Boot genommen, so dass dem letzten Boot nun zwei Sätze Skulls zum Rudern genügen mussten. Da die ersten Boote natürlich schon etwas vorausgerudert waren, dauerte die ganze Aktion doch einige Zeit.

Zunächst war landschaftlich nicht viel zu sehen. Der Elbe-Havel-Kanal wird derzeit ausgebaut und leider mit Spundwänden versehen. Bei herrlichem Sonnenschein und noch nicht so drückenden Temperaturen wie in den kommenden Tagen ging es dann über die Pareyer Verbindungskanal auf die Elbe. Auf der Elbe gab es an diesem Tag überhaupt keine Berufsschifffahrt, wenn man von zwei Passierschiffen einmal absieht.

Links und rechts gab es ausgedehnte Wiesen und Auen. Viele Greifvögel wie der Rote Milan und der Fischadler zeigten sich. Kerstin und Matthias meinten sogar einen Biber gesehen zu haben.

Bei unserer Mittagsrast an der Baggerelbe (Derben), wurden wir zunächst von einem volltrunkenen Angler angepöbelt und dann von einem Exilhamburger seines Grundstücks verwiesen. An einem Bierstand hinter der Werft gelang es uns dann jedoch anzulanden und unseren Durst etwas zu löschen.

Gestärkt ging es nun in Richtung Tagesziel, zur alten Hansestadt Tangermünde.

Hier konnte unser “Lothi“ in einer kleinen Stadtführung einiges zur Stadtgeschichte erzählen, wobei er auch nicht vergaß selbst einige Sachen aus seiner Kinder- und Jugendzeit zu erzählen. Nach einem Quart Kuhschwanzbier ging es flugs zurück zum Bus, der uns wieder nach Milow brachte. Nach dem Duschen und Abendessen trafen sich alle wieder auf dem Hof. Einige hielten an diesem Abend jedoch nicht so lange aus. Auch ich strich nach einiger Zeit bereits die Segel.

Unser Busfahrer wartete am nächsten Morgen wieder pünktlich um acht Uhr auf uns. Dank Lothi gab es noch einmal eine kleine Stadtrundfahrt durch Tangermünde mit einer schnellen Burgbesichtigung. Nach einem Foto zu Füßen Karl des IV, eilten wir wieder zu unseren Booten, welche wir tags zuvor auf dem Gelände des Tangermünder RC abgelegt hatten.

Mit wenig Gegenwind, jedoch viel Sonne ging es weiter elbabwärts. Trotzdem brauchten wir länger wie geplant um bei Havelberg an die Schleuse zu gelangen. Auch die letzte Gierseilfähre sorgte für einige Probleme. Aber der Fährmann wartete kulanter weise auf eines unserer Boote. Auf Grund des wenigen Wassers in der Havel wurden wir nun 20 cm nach unten geschleust. Nach wenigen Ruderschlägen mit dem wohl längsten Kilometer der Tour gelangten wir zur Spülinsel in Havelberg. Bei der dortigen Ruderriege Havelberg, erhielten wir auf Kommission einen Kasten “Freiberger“. Die Flüssigkeit verdampfte praktisch in unseren Kehlen.

Nach weiteren 15 Kilometern war das Tagesziel, der Hafen von Garz erreicht. Das herausnehmen der Boote gestaltete sich etwas schwierig, stellte jedoch bereits nach dem zweiten Boot kein größeres Problem mehr dar. Unser Busfahrer wartete bereits schon ungeduldig um uns wieder nach Milow zu bringen. Die 50 Ruderkilometer hatten so durstig gemacht, dass wir noch einmal in Premnitz den Edeka-Markt leerkaufen mussten um einen anständigen Flüssigkeitshaushalt zu gewährleisten. Auch die Pfälzer Weinbestände schrumpften zusehends.

Mit einem neuen Busfahrer ging es am Sonnabend wieder nach Garz. Das Einsetzen der Boote ging relativ zügig von statten. Auf Grund vieler Sonderwünsche war allerdings die Bootseinteilung etwas durcheinander geraten. Während ich in einem Turboboot ruderte, hatte Bernd Volkmann den Schleppanker am Heck. So wechselte ich an der Schleuse Grütz in die “Wien“, so dass die Kräfte etwas gleichmäßiger verteilt waren.

Dennoch zeigte die Tour vom Vortag wohl bei allen etwas Wirkung, zumal nun auch etwas Gegenströmung vorhanden war. Das Boot von “Teddy“ verlor auf Grund einer längeren Pause gleich hinter der Schleuse, dann den Anschluss an die anderen Boote. So hatten wir in Rathenow bereits unsere Pause beendet und auch die beiden Rathenower Boote gereinigt, als “Teddy“ endlich beim Rathenower RC Wiking eintraf. Was wir nicht wussten, war der Umstand, dass Andreas Magin als Ruderer ausgefallen war. Dieser Umstand warf nun die ganze Planung der Weiterfahrt, für 8 Ruderkameraden endete mit der Bootsabgabe in Rathenow die Fahrt, über den Haufen, da auch einige andere Ruderkameraden die letzten zwölf Kilometer der Fahrt nur noch steuern wollten.

Die 8 Nichtruderer wurden übrigens von unserem einzigen Nichtruderer, dem Gabriel Mayer aus Germersheim abgeholt. Dieser hatte die letzten drei Tage zu ausgiebigen Radtouren genutzt und hatte sich für diesen Tag auch spontan bereit erklärt, den Bustransfer von Rathenow nach Milow durchzuführen.

In der Nähe der Jugendherberge landeten wir dann an. Leider war die Zeit aber bereits soweit vorangeschritten, dass die von einigen Ruderkameraden erwünschte Badeparty dann abgesagt werden musste. Der Grillmeister der Jugendherberge hatte bereits mehrfach zu Tisch gerufen.

Auf Grund der Anfragen von Tourteilnehmern an weiteren gemeinsamen Fahrten, kann man wohl davon ausgehen, dass diese Fahrt ein voller Erfolg war.

Bis Bald, Euer

Micha K.

 


 

 

     

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Diese Website wurde zuletzt aktualisiert 11.07.11