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Hallo liebe Ruderkameradinnen und -kameraden,
es ist an mir, Euch von unserer wunderbaren
Wanderfahrt auf Elbe und Havel zu berichten. Anlässlich des
einhundertjährigen Bestehens des Förderkreises Wanderrudern
organisierte Ute Sieg vom ESV Schmöckwitz, unterstützt von
zahlreichen anderen Vereinsmitgliedern, unsere diesjährige
Sommerwanderfahrt.
Um nicht nur selbst in den Genuss einer schönen
Fahrt zu kommen, wurde die Wanderfahrt auch bei unseren lieben
Freunden, den Rhenanen vom RC Germersheim und dem Koblenzer RC
ausgeschrieben. Aus beiden Vereinen kamen reichlich Zusagen, so
dass sich relativ schnell abzeichnete, dass die ganze
Angelegenheit einer umfangreichen logistischen Vorbereitung
bedarf.
Als Stammquartier bot sich, wie schon bei unserer
letzten Haveltour, die Jugendherberge in Milow an. Die alte
Bollevilla wurde ja inzwischen saniert, so dass man nun auch auf
den Zimmern über Dusche und Toilette verfügt.
Am Mittwoch war für alle die individuelle Anreise
nach Milow. Bereits am Montag hatten wir in unserem Verein
unsere sechs geklinkerten Vierer abgeriggert und verladen.
Unser erstes Tagesziel bei der Anfahrt war jedoch
nicht die Jugendherberge, sondern das Sportjugendzentrum des
Kreissportbundes Jerichower Land in Genthin. Während Matthias
und Hartmut zum Rathenower RC Wiking fuhren, um noch zwei
weitere Boote zu holen, machten wir uns daran die sechs Boote
für den nächsten Tag vorzubereiten. Ute besorgte
zwischenzeitlich noch in Genthin Getränke für die Wanderfahrt.
Nach einer kurzen Pause kamen auch die beiden letzten Boote am
Ausgangspunkt an. Durch die vielen Hände waren auch diese beiden
Boote schnell aufgeriggert und abfahrbereit.
An der Jugendherberge angekommen wurden wir
bereits von unseren Gästen aus Germersheim und Koblenz begrüßt.
Die Germersheimer hatten sogar schon einen Dombesuch zu
Magdeburg hinter sich.
Nach der allgemeinen Begrüßung durch die Ute, gab
es auf dem Hof ein geselliges Zusammensein bis gegen
Mitternacht. Leider hatten die Koblenzer Guido und “Teddy“ mit
ihren Mädels einige Staus auf ihrem Anfahrtsweg, so dass sie
erst im Morgengrauen am Bett ankamen.
Doch auf solche Nebensächlichkeiten wurde keine
Rücksicht genommen. Schließlich war das Frühstück bereits für
sieben Uhr angesetzt. Pünktlich um acht erschien unser Reisebus,
welcher uns zu unserem Startpunkt brachte. Während der Busfahrt
verlas Ute die Bootseinteilung. Anlässlich es “Männertages“ gab
es nur Ob-Frauen.
Beim Einsetzen der Boote tauchten bereits die
ersten Komplikationen auf. Der Schwimmsteg des
Sportjugendzentrums, war zwar für drei Personen geeignet, jedoch
mit einem Boot nicht mehr tragfähig. Zum Glück gab es noch eine
Stelle, die sich zum Einsetzen der Boote eignete. Über einen
kleinen Steg konnten wir so einzeln in die Boote einsteigen und
uns zum Elbe-Havel-Kanal begeben.
Da Antje “Mausepips“, sowie Anja und Katja von
den Koblenzern ihre eigenen Skulls dabei hatten, gab ich um
Transportgewicht zu sparen, die nun überzähligen drei paar
Skulls dem Busfahrer mit. Weil nichts im Leben einfach ist,
hatten zwei der Mädels, beim Einsteigen ihre Skulls und jeweils
ein Paar Holzskulls mit ins Boot genommen, so dass dem letzten
Boot nun zwei Sätze Skulls zum Rudern genügen mussten. Da die
ersten Boote natürlich schon etwas vorausgerudert waren, dauerte
die ganze Aktion doch einige Zeit.
Zunächst war landschaftlich nicht viel zu sehen.
Der Elbe-Havel-Kanal wird derzeit ausgebaut und leider mit
Spundwänden versehen. Bei herrlichem Sonnenschein und noch nicht
so drückenden Temperaturen wie in den kommenden Tagen ging es
dann über die Pareyer Verbindungskanal auf die Elbe. Auf der
Elbe gab es an diesem Tag überhaupt keine Berufsschifffahrt,
wenn man von zwei Passierschiffen einmal absieht.
Links und rechts gab es ausgedehnte Wiesen und
Auen. Viele Greifvögel wie der Rote Milan und der Fischadler
zeigten sich. Kerstin und Matthias meinten sogar einen Biber
gesehen zu haben.
Bei unserer Mittagsrast an der Baggerelbe
(Derben), wurden wir zunächst von einem volltrunkenen Angler
angepöbelt und dann von einem Exilhamburger seines Grundstücks
verwiesen. An einem Bierstand hinter der Werft gelang es uns
dann jedoch anzulanden und unseren Durst etwas zu löschen.
Gestärkt ging es nun in Richtung Tagesziel, zur
alten Hansestadt Tangermünde.
Hier konnte unser “Lothi“ in einer kleinen
Stadtführung einiges zur Stadtgeschichte erzählen, wobei er auch
nicht vergaß selbst einige Sachen aus seiner Kinder- und
Jugendzeit zu erzählen. Nach einem Quart Kuhschwanzbier ging es
flugs zurück zum Bus, der uns wieder nach Milow brachte. Nach
dem Duschen und Abendessen trafen sich alle wieder auf dem Hof.
Einige hielten an diesem Abend jedoch nicht so lange aus. Auch
ich strich nach einiger Zeit bereits die Segel.
Unser Busfahrer wartete am nächsten Morgen wieder
pünktlich um acht Uhr auf uns. Dank Lothi gab es noch einmal
eine kleine Stadtrundfahrt durch Tangermünde mit einer schnellen
Burgbesichtigung. Nach einem Foto zu Füßen Karl des IV, eilten
wir wieder zu unseren Booten, welche wir tags zuvor auf dem
Gelände des Tangermünder RC abgelegt hatten.
Mit wenig Gegenwind, jedoch viel Sonne ging es
weiter elbabwärts. Trotzdem brauchten wir länger wie geplant um
bei Havelberg an die Schleuse zu gelangen. Auch die letzte
Gierseilfähre sorgte für einige Probleme. Aber der Fährmann
wartete kulanter weise auf eines unserer Boote. Auf Grund des
wenigen Wassers in der Havel wurden wir nun 20 cm nach unten
geschleust. Nach wenigen Ruderschlägen mit dem wohl längsten
Kilometer der Tour gelangten wir zur Spülinsel in Havelberg. Bei
der dortigen Ruderriege Havelberg, erhielten wir auf Kommission
einen Kasten “Freiberger“. Die Flüssigkeit verdampfte praktisch
in unseren Kehlen.
Nach weiteren 15 Kilometern war das Tagesziel,
der Hafen von Garz erreicht. Das herausnehmen der Boote
gestaltete sich etwas schwierig, stellte jedoch bereits nach dem
zweiten Boot kein größeres Problem mehr dar. Unser Busfahrer
wartete bereits schon ungeduldig um uns wieder nach Milow zu
bringen. Die 50 Ruderkilometer hatten so durstig gemacht, dass
wir noch einmal in Premnitz den Edeka-Markt leerkaufen mussten
um einen anständigen Flüssigkeitshaushalt zu gewährleisten. Auch
die Pfälzer Weinbestände schrumpften zusehends.
Mit einem neuen Busfahrer ging es am Sonnabend
wieder nach Garz. Das Einsetzen der Boote ging relativ zügig von
statten. Auf Grund vieler Sonderwünsche war allerdings die
Bootseinteilung etwas durcheinander geraten. Während ich in
einem Turboboot ruderte, hatte Bernd Volkmann den Schleppanker
am Heck. So wechselte ich an der Schleuse Grütz in die “Wien“,
so dass die Kräfte etwas gleichmäßiger verteilt waren.
Dennoch zeigte die Tour vom Vortag wohl bei allen
etwas Wirkung, zumal nun auch etwas Gegenströmung vorhanden war.
Das Boot von “Teddy“ verlor auf Grund einer längeren Pause
gleich hinter der Schleuse, dann den Anschluss an die anderen
Boote. So hatten wir in Rathenow bereits unsere Pause beendet
und auch die beiden Rathenower Boote gereinigt, als “Teddy“
endlich beim Rathenower RC Wiking eintraf. Was wir nicht
wussten, war der Umstand, dass Andreas Magin als Ruderer
ausgefallen war. Dieser Umstand warf nun die ganze Planung der
Weiterfahrt, für 8 Ruderkameraden endete mit der Bootsabgabe in
Rathenow die Fahrt, über den Haufen, da auch einige andere
Ruderkameraden die letzten zwölf Kilometer der Fahrt nur noch
steuern wollten.
Die 8 Nichtruderer wurden übrigens von unserem
einzigen Nichtruderer, dem Gabriel Mayer aus Germersheim
abgeholt. Dieser hatte die letzten drei Tage zu ausgiebigen
Radtouren genutzt und hatte sich für diesen Tag auch spontan
bereit erklärt, den Bustransfer von Rathenow nach Milow
durchzuführen.
In der Nähe der Jugendherberge landeten wir dann
an. Leider war die Zeit aber bereits soweit vorangeschritten,
dass die von einigen Ruderkameraden erwünschte Badeparty dann
abgesagt werden musste. Der Grillmeister der Jugendherberge
hatte bereits mehrfach zu Tisch gerufen.
Auf Grund der Anfragen von Tourteilnehmern an
weiteren gemeinsamen Fahrten, kann man wohl davon ausgehen, dass
diese Fahrt ein voller Erfolg war.
Bis Bald, Euer
Micha K.
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