Moselfahrt 2009

15.11.11

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Wanderfahrt auf der Mosel 2009

  Reisebericht folgt diesmal nach den Bildern (siehe unten).

   


Moselfahrt des ESV Schmöckwitz und des Koblenzer Ruderclub Rhenania

Bei der Abruderveranstaltung des ESV Schmöckwitz in Berlin, am 1. November letzten Jahres, wurde zwischen Matthias Sieg und Teddy Schäfer vereinbart, in diesem Jahr eine gemeinsame Wanderfahrt auf der Mosel durchzuführen.

Gesagt - getan.

Die Anneliese Kaesberg vom Koblenzer RC Rhenania, eine hervorragende Kennerin der Mosel, organisierte die passenden Übernachtungen für die Tour.

Der Termin wurde für Himmelfahrt angesetzt. Die Ausschreibungen brachten 26 Interessenten beider Vereine.

Die ersten Berliner reisten bereits am Dienstagabend in Koblenz an und wurden zunächst von Teddy und Antje “Mausepips“ auf das herzlichste begrüßt. Nach einem Besuch in zum Bootshaus gehöriger Gaststätte, betteten wir unsere müden Häupter auf den freundlicherweise vom Koblenzer RC zur Verfügung gestellten Betten. Die Betten wie auch die Unterkunft selbst, sind übrigens empfehlenswert.

Für Mittwoch stand erst einmal Kultur auf der Tagesordnung, während die Ruderkameraden aus Koblenz noch ihrem normalen Tagesgeschäft (Arbeit) nachgingen.

Beim Besuch der Marksburg trennte sich dann auch gleich die Spreu vom Weizen. Während die durchtrainierten Sportler sich zu Fuß zur Burg aufmachten, fuhren die Schlauen bis zum oberen Parkplatz.

In Monreal gab es dann keine Ausreden mehr. Alle mussten hoch zur Burgruine. Anschließend wurde unten im Ort am lauschigen Elzbach Kaffee getrunken.

Zurück in Koblenz waren inzwischen auch die restlichen Berliner eingetroffen, so dass wir zum Abend noch einen Spaziergang zum “Deutschen Eck“ machten.

Am nächsten Morgen war es soweit. Gemeinsam mit den ersten Koblenzern ging es zum Treffpunkt am Bahnhof Moselweiß. Hier trafen wir auf die anderen Ruderkameraden des Koblenzer RC Rhenania.

Dabei wurde schon einmal festgestellt, dass die Berliner alle “Du“ hießen. Im Zug kam es zu ersten vorsichtigen Kotaktaufnahmen zwischen den Teilnehmern der Wanderfahrt. Hier erfolgte auch die Bootseinteilung.

In Schweich verließen wir die Bahn und begaben uns im Wanderschritt zum dortigen Hafen. Hier lagen bereits die von den Koblenzer Ruderkameraden vorbereiteten Boote. Diese Boote waren in einem hervorragenden materiellen Zustand, was sicher der ständigen Betreuung durch Teddy zu danken ist. Besonders schmuck machten sich die herrlich pollierten Holzboote “Pläum“ und “Oberwerth“.

Teddys Telefon hatte bis zur Abfahrt bestimmt schon 10 Mal geklingelt, weil ein amerikanischer Cowboy, ein angemietetes Ruderboot nun nicht mehr nutzen konnte, weil seine Frau, welche er damit zum umherfahren wollte, plötzlich feststellte, dass so ein Boot auf dem Wasser schwimmt.

Ordentlich mit Getränken aller Art versehen ging es dann in 2er, 3er und 4er-Booten auf die Reise zum ersten Tagesziel, nach Brauneberg.

Da es tagsüber recht warm war, wurde am Abend am Zielpunkt in Brauneberg, für leichte Abkühlung gesorgt. Zunächst durch einen kleinen Regenguss und dann im Hotel “Zur Grafschaft“, durch eine Weinprobe nach dem Abendessen. Allerdings zeigten sich bei einigen Ruderkameraden durch Traumsand in den Augen leichte Ausfallerscheinungen der für eine baldige Nachtruhe sorgte. Der Versuch, den Berlinern Traumsand in die Augen zu streuen war am Nachmittag bereits vorhanden gewesen, als versucht wurde uns einzureden, dass die Loreley sich an der Mosel befindet, wie es von einem Spaßvogel an einen Felsen gemalt stand.

Am nächsten Morgen ging es mit kleinen Umstellungen in den Bootseinteilungen wieder aufs Wasser. In Bernkastel wurde zusätzlich, dass von den Amerikanern verweigerte Boot mitgenommen. Unsere Haike, die unbedingt mal “Zweier“ rudern wollte und diesen Wunsch hier erfüllt bekam, meinte Abends in Zell, dass sie morgen lieber wieder in ihr ursprüngliches Boot Zurückwolle. Der Andreas, der sich zwischenzeitlich jedoch ein gut funktionierendes Team zusammengestellt hatte, ließ keine erneute Umstellung zu.

Nachdem die Sonne am Vormittag noch ein wenig versteckte, wurde es dann doch ein recht sonniger Tag. Meine Kerstin und die Alterpräsidentin unserer Wanderfahrt, die Eva Assmann, fanden an diesem zweiten Tag unzählige Themen sich zu unterhalten und wurden in der Anzahl ihrer Worte nur noch durch unseren Hartmut "Zese" überboten.

Nach 47 km kam unser Tagesziel, der Ruderverein Zell in Sicht. Bereits seit der Mittagspause hatte uns die Zeller "schwarze Katz", eingesperrt in Flaschen begleitet. Wir haben übrigens alle Flaschen geöffnet, aber keine Katzen gefunden. Weder Schwarze noch Weiße.

Die noch nicht ausgelasteten Damen unserer Tour machten noch eine abschließende Aerobicübung auf dem Schwimmsteg des RV, unter Zuhilfenahme vorbeifahrender Motorboote, während die Männer die verlorenen Mineralien lieber durch ein frisches Bier ausgleichen wollten. Das klappte dann in "Breuers Mühle", unser Pension. Während sich die andern vor dem Essen auch noch um ein Zimmer kümmerten, ließen ich und Kerstin die Sache etwas ruhiger angehen. Wie sich später herausstellte, war das wohl etwas zu ruhig gewesen, denn plötzlich standen wir ohne Bett da. Schon fast auf eine Nacht im Freien eingerichtet, fanden wird dann noch bei Teddy und Antje im Zimmer Quartier, wobei sie uns freundlicherweise die etwas längeren Betten überließen. Der vorbeiplätschernde alte Mühlbach, hinterließ während der Nacht den Anschein von Dauerregen, was aber laut Rücksprache am nächsten Morgen, bei keinem der Teilnehmer zu einer erhöhten Frequentierung der Toilette geführt hatte.

Ach übrigens “Übernachten im Freien“. Unsere Rudersäcke schliefen doch draußen. Die hatten wir am Abend doch glatt auf der Terrasse vor der Tür stehen gelassen. Es hat jedoch niemand etwas hineingelegt.

Auch am dritten Tag unserer Tour, alle hatten pünktlich den Weg aus dem Bett und der nahe gelegenen Liebesschlucht gefunden, ging es weiter auf unserer Fahrt in Richtung Koblenz. Das Tagesziel Treis-Karden war ziemlich weit gesteckt. Auch zeitlich durfte an diesem Tag nichts anbrennen. Um 19:30 Uhr sollte nämlich unser Zug von Treis-Karden, nach Koblenz fahren. Die Sonne meinte es an diesem Tag besonders gut. Bereits nach 20 km, im Hafen von Senheim war die Mittagspause. Nach ausgiebiger Pause musste nun kräftig gezogen werden. Beilstein steuerbord liegen lassend kamen wir an der Staustufe Fankel an. Nachdem wir bereits am Vormittag an der Staustufe St. Aldegund, wegen Defekt der Sportschleuse die große Schleuse benutzen konnten, schien sich hier ein echter Stau anzukündigen. Vor uns Motorboote ohne Ende. Immer nur zwei dieser Boote passten in die Sportschleuse. Und die Zeit tickte. Glücklicherweise gab es keinen Rückstau bei der Berufsschifffahrt, so dass wir dann abermals über die große Schleuse unsere Fahrt fortsetzen konnten. An diesen beiden Tagesschleusen kam es auch immer wieder zu Zusammentreffen mit Ruderkameraden des RV Leer, welche uns dann noch bis Cochem begleiteten. Tags zuvor hatten wir sie bereits singend in der Schleuse erlebt, während wir oben warten mussten.

Dann in Treis-Karden - Showdown!

18:40 Uhr - Wir treffen bei der RG Treis-Karden ein. Die Wiese neben der Rudergesellschaft ist in Beschlag genommen von einem Circus. Der Landdienst ist nicht da. "Pingo" beklagt den Verlust seiner Sandalen und der Bahnhof ist weit, zumindest auf der anderen Flussseite.

Also Boote raus!

19:05Uhr - Auf geht’s. Vor zur Brücke und rüber auf die andere Seite der Mosel. "Was ist hier los?" Kein Übergang zum Bahnhof und dort steht bereits ein Zug - zum Glück aber der für die Gegenrichtung. Auf getrennten Wegen wird nach dem Durchlass gesucht. Und endlich, alle sind pünktlich auf dem Bahnsteig. Nun schnell noch die Fahrkarte aus dem Automaten. Aber irgendetwas stimmt hier nicht. "Wo bleibt unser Zug? Warum fährt der andere Zug nicht los? " Der im Bahnhof wartende Zug, dort bereits, wie man uns mitteilt, seit über zwei Stunden. Aber worauf der? - Auf den Gegenzug oder verspätete Fahrgäste? - Nein, auf Strom! Der Zugverkehr ist auf unbestimmte Zeit unterbrochen. Toll! Aber wir wollen nach Hause und wir haben Hunger. Zum Glück hatte Susi die Telefonnummer eines Taxiunternehmens. Mit drei Großraumtaxis wurden wir dann nach Koblenz gebracht. Wenn die Taxifahrer gewusst hätten, dass unser “Ruderdeo“ versagt hatte, hätten sie es sich vielleicht noch mal überlegt. Aber das war nun zu spät.

Mit unserer Ankunft in Koblenz um 20:30 Uhr, setzte übrigens auch der Zugverkehr wieder ein. Nach einem Abendessen vom Lieblingsitaliener der Koblenzer ging es zurück zum Ruderverein.

An diesem Tag tat mir der Hintern ganz schön weh. Aber nach einer schönen Dusche fanden sich noch einige in Teddys "Blumengarten" zusammen. Die letzte “schwarze Katz“ wurde noch aus der Flasche befreit und kurz nach Mittemacht verschwanden auch die Letzten in der Falle.

Am Sonntagmorgen war das Frühstück zu 8 Uhr fertig. Guido und Rafaela kamen einige Minuten Später mit drei Kisten Brötchen und die Rautierfütterung konnte beginnen. Dann ging es, wie bereits am ersten Tag, zum Bahnhof “Moselweiß“. Alles unkte, doch das Wunder geschah: "Der Zug war sogar pünktlich da."

Pingo hatte sich auf der Suche nach seinen Sandalen noch einmal ins Auto gesetzt und war in Richtung Zell zurückgefahren. Leider waren aber schon "Sachensucher" an der Stelle vorbeigekommen und nahmen die nun herrenlosen Gegenstände in ihren Besitz. Die Sache hatte aber auch sein gutes. Die restlichen Besatzungen brauchten sich nicht um den Transport der Getränke zu kümmern. Die brachte der Pingo in seinem Auto mit.

Nach meinem kleinen Abstecher in einem Vierer (Asterix II), war ich an diesem Tag wieder mit Pingo und Manuela in einem Boot. Natürlich wurden in Tradition des "Richtershorner Rudervereins" auch wieder Brücken gezählt. Nachdem "Manu" mit der Doppelumrundung der 17. Brücke am Freitag, besonders auf die korrekte Zählweise aufmerksam gemacht wurde, gab es auch am Sonntag Probleme beim Zählen und dann sogar die Diskussion, ob es sich bei der "Konstruktion" der A 61 über die Mosel, um eine Brücke handelt oder nicht. Dem Hinweis von Pingo, die Sache persönlich zu prüfen, indem wir hochgehen und über die Brücke laufen sollten, wollten wir dann doch nicht nachgehen, haben sie aber dennoch gezählt.

Auch am Sonntag stellten die Schleusen wieder ein kleines Problem dar, da sie meistens durch Motorboote verstopft waren. Da an diesem Tag aber nur 36 km auf dem Programm standen, hatten wir keine Zeitprobleme. Nach dem passieren der letzten Schleuse, gab es in Niederfell noch einmal eine ausgedehnte Pause. In einem lauschigen Lokal, umrankt von wildem Wein, stärkten wir uns mit Eisbecher und Flammkuchen. Leider gab es keine Maibowle.

Pirat Thomas bemächtigte sich beim Ablegen, der letzten Weinflaschen aus unserem Boot und sicherte diese für Susi und Antje. Die Mädels hatten zwischenzeitlich festgestellt, dass sie einen Ruderautomaten im Boot zu sitzen hatten, welcher unter Einschub eines Schokobrötchens bereitwillig auch allein ruderte.

Vor Winningen trafen dann die "Oberwerth" und die "Gerhard Völker" zusammen und leerten die letzte Flasche Wein. Aus dem Katamaran wurde schnell ein Trimaran, als der Ruderautomat Thomas, das "Mäxchen" an die andere Seite der "Oberwerth" brachte. Nachdem auch im "Mäxchen" der Weinkeller geplündert war, fielen die Boote wieder auseinander. Zwischen "Mäxchen" und "Gerhard Völker" gab es dann noch eine kleine Regatta, welche unser Boot letztendlich für sich entscheiden konnte. Bis zur Kurt-Schumacher-Brücke-Brücke zeigte die Besatzung der "Gerhard Völker", sich und den Besatzungen der anderen beiden Boote mit 10 "Harten" dann noch einmal, dass die Fahrt auch noch 10 km mehr haben könnte. Ab der Brücke schlossen sich die drei Boote nochmals zu einem Trimaran zusammen und fuhren gemeinsam mit dem Lied vom "Kleinen Matrosen" am Koblenzer Ruderverein Rhenania vor. Pingo war bei der gestalterischen Interpretation des Liedes so stark arrangiert, dass er sogar die Ansage seiner Brücke vergaß.

In Höhe des Bootshauses kam dann der Befehl des Obersteuermanns Regina: "Einsmann übernehmen - Steuermann geht von Bord!", -Plumps- und sie war ins Wasser gesprungen. Sofort ging auch Antje von Bord und der Trimaran fiel wieder auseinander. Damit begann ein abschließender Badespass und das gemeinsame Gruppenfoto fiel buchstäblich ins Wasser. Dem Badevergnügen konnte sich fast keiner entziehen. Die Brüder Schäfer versteckten sich hinter wichtigen Aufgaben um bloß nicht mehr in die Nähe des Steges zu müssen. Zum Ende konnte Teddy dann doch noch dazu bewegt werden auch ins Wasser zu springen.

Erst nach diesem Bad in der Mosel kam ich dann dazu meine Maibowle zu trinken, welche ganz spontan durch die Gaststättenbewirtschaftung auf dem Waschplatz serviert wurde. Nach der Reinigung der Boote unter "gar strenger" Aufsicht des trockenen Guidos und der Reinigung der eigenen Person, trafen wir uns alle auf der Terrasse des Gasstätte, wo noch einemmal mit einem toll zubereitetem Essen für das leibliche Wohl gesorgt wurde. Daher möchte ich möchte auf diesem Wege, noch einmal bei dem Personal der Gaststätte für das reichhaltige Essen und die schnelle Bedienung, sowie das lange Ausharren bedanken. Dann war die Zeit des Abschieds gekommen. Nach kurzen Dankesreden von Seiten Teddys und Matthias, als Vertreter der beiden Rudervereine, fuhren die Koblenzer zu ihren Heimstätten, während wir noch einmal die Schlafstätten des Vereins nutzen.

Abschließend kann ich nur noch sagen, dass mir diese Wanderfahrt sehr, sehr viel Spaß gemacht hat und ich hoffe, dass wir uns alle zu einer ähnlichen Fahrt vielleicht hier in Berlin wiedersehen.

 Euer Ruderkamerad

Micha K.
 

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Diese Website wurde zuletzt aktualisiert 16.05.11